Königsfeld und Albert & Helene Schweitzer
„Die Zeit in Königsfeld war die schönste meines Lebens: In Königsfeld konnte ich ruhig arbeiten, hatte eine Orgel, konnte im Wald gehen, hatte viele Freunde. Tief bewegt mich, dass meine Weltanschauung der Ehrfurcht vor allem Leben ihren Weg in der Welt macht. Mit dieser Philosophie habe ich mich schon in Königsfeld beschäftigt, im Walde von Königsfeld.“
Königsfeld fühlt sich Albert und Helene Schweitzer und ihrem Werk in besonderer Weise verpflichtet. Als Menschen, bei denen Reden und Handeln glaubwürdig zusammenwirkten, haben sie Fragen gestellt, auf die gerade auch in unserer Zeit Antworten gesucht werden müssen:
- Wie gelangen wir zu einer Ethik, auf deren Grundlage die weltweiten ökonomischen, ökologischen, politischen und kulturellen Probleme im Sinne eines Friedens zwischen den Menschen und Völkern gewaltfrei gelöst werden können?
- Wie kommen wir zu einer Verständigung zwischen den Konfessionen und Religionen?
- Wie finden wir zu einem Verständnis von Natur, bei dem diese nicht einfach als Verfügungsmasse angesehen wird, sondern bei dem wir unserer Verantwortung im Sinne der Ehrfurcht vor dem Leben gerecht werden?
Königsfeld im Schwarzwald wurde im Jahre 1806 von der Herrnhuter Brüdergemeine gegründet. Mit ihrer ökumenischen Offenheit stellt diese auch heute einen wesentlichen Faktor im Leben des Kurortes dar. Albert Schweitzer schrieb 1963 in einem Brief an Eduard Spranger:
"Ich wollte, dass meine Tochter in der Atmosphäre der Brüdergemeine aufwachse."
Charakteristisch für Königsfeld sind seine vielseitigen kulturellen Aktivitäten.
So veranstaltet z.B. die Geistige Nothilfe, eine Gemeinschaft zur Förderung von Kunst und Wissenschaft, der Helene Schweitzer eng verbunden war, seit 85 Jahren Konzerte mit Künstlern von internationalem Rang.
Mit dem "Albert Schweitzer-Haus – Forum für Information & Kommunikation" schuf Königsfeld eine lebendige Begegnungsstätte und einen Ort des Dialogs. Träger ist ein Ausschuss, in dem die Kommune, die Herrnhuter Brüdergemeine Königsfeld, der Historische Verein Königsfeld, die Zinzendorfschulen und die Gewerbetreibenden der Gemeinde vertreten sind. Die Arbeit wird ausschließlich ehrenamtlich geleistet. Durch Gesprächskreise, Vorträge, Tagungen, Symposien, aber auch durch künstlerische Veranstaltungen bringt sich das Albert Schweitzer-Haus Königsfeld ein in das weltweite Netz derer, die das Denken Albert Schweitzers bewahren und fortsetzen wollen.
Das Projekt Albert Schweitzer-Haus Königsfeld konnte nur mit maßgeblicher Unterstützung des Landes Baden-Württemberg und zahlreicher Spender realisiert werden. Am 13. Mai 2001 erfolgte die feierliche Eröffnung.
Die laufenden Kosten (wie Miete – das Haus ist Eigentum der Brüdergemeine –, Heizung, Versicherung usw.) werden von der Gemeinde Königsfeld und dem Historischen Verein (durch Eintrittsgelder und Spenden) aufgebracht.
